Ich bin dein Hirte. Marc Rosenberg
Читать онлайн книгу.frischen Wasser. Er weidet mich auf einer grünen Aue.
Ich hör seine Stimme. Sie kommt aus der Stille und aus der Dunkelheit zur mir. Sie spricht zu mir. Ich bin nicht allein. Nicht mehr allein. Alles ist in meinem Kopf. Es passiert in meinem Kopf.
„Wer sind Sie?“ Sie hielt es nicht aus.
Zehn Minuten ist schon lang. Ich schwieg.
„Was wollen Sie von mir?“
Ich schwieg und beobachtete.
„Bitte!“
Ich stieß mit dem Bein gegen das Bett.
Sie zuckte zusammen und schrie auf.
„Nein! Bitte nicht!“
Ich schwieg.
Orientierungslosigkeit ist sehr unangenehm und treibt einen in die Verzweiflung. Sie wusste nicht, woher der Stoß gekommen war. Sie wusste nicht, wo ich war, sie wusste nicht, aus welcher Richtung die Bedrohung kam. Sie wusste nicht, worin die Bedrohung bestand. Sie hatte sich ihr noch nicht offenbart. Dass sie selbst die größte Bedrohung war, konnte sie nicht wissen.
Sie fing an zu schluchzen und weinte.
Als sich zwischen ihre Beine schaute, sah ich den Grund. Ein größer werdender Fleck. Angst.
„Bitte! Tun Sie mir nichts.“
„Hebe den Kopf.“
„Bitte?“
„Hebe den Kopf .“
Zögernd hob sie den Kopf.
„Öffne den Mund.“
Ich sah, wie sich ihre Lippen öffneten, sah wie ihre Zunge etwas nach vorn kam, sich nervös bewegte. Ihre Lippen zitterten, ihre Wangen zitterten, ihr Kinn zitterte.
„Weiter.“
Sie öffnete die Lippen weiter und ich hielt ein Glas mit Wasser an ihren Mund. Sie trank. Vorsichtig, dann gierig. Ich beobachtete, wie sich ihr Hals beim Schlucken bewegte.
„Danke“, sagte sie.
„Du wirst viel trinken müssen, das ist wichtig.“
Ich wischte ihr einen Tropfen Wasser mit dem Finger vom Kinn. Sie zuckte bei meiner Berührung zusammen.
„Keine Angst“, sagte ich ruhig. Die brauchte sie noch nicht zu haben. Sie würde kommen. Die Angst, aber jetzt noch nicht, es war noch zu früh.
Sie legte den Kopf zurück auf das Kissen.
„Wo bin ich?“
„Das wirst du schon noch herausfinden, früher oder später“, sagte ich und lächelte.
Ich kann den Raum vollkommen abdunkeln. Sie bewegt sich nicht, als ich die Tür öffne und eintrete. Ich ziehe die Tür leise zu und gehe langsam zu ihr und setzte mich auf den Stuhl neben dem Bett. Das Bett ist fest am Betonboden festgemacht. Und sie am Bett. Sie atmet ruhig und rührt sich nicht. Und trotzdem spüre ich ihre Erwartung. Sie wartet. Und bleibt so liegen: auf der rechten Seite, den Kopf auf dem Kissen, die Arme vor dem Oberkörper, die Beine leicht angezogen, den Hintern leicht nach hinten gestreckt. Ihre Haut spannt sich um ihren Körper, die Beine sind geschlossen und liegen aufeinander. Würden sie sich öffnen, wenn meine Hand jetzt langsam und sanft ihren Rücken entlang streichen würde, über ihren runden Hintern weiter nach unten wandern würde, um ihr Ziel zu finden? Würden sie sich öffnen und mich empfangen? Warm, weich, feucht, lustvoll? Gierig nach mehr?
Es ist Zeit, denke ich, ja es ist Zeit. Ich spüre es. Die Erregung kommt. Sie ist stark. Ich habe es nicht mehr lange unter Kontrolle. Meine Hände zittern. Mein Herz schlägt schneller. Sie hat eine so wunderbare, zarte Haut. So weich, so zart, so warm. So sehnsüchtig. Und gierig.
Meine Hand zittert. Ich sehe es. Ich strecke sie nach ihr aus. Sie ist so nah. So greifbar nah. Fast berühre ich sie schon. Ich spüre bereits ihre Wärme, ihr leichtes, begehrliches Zittern. Sie spürt meine Nähe.
Aber ich halte es aus. Und sie auch. Sie bleibt liegen und bewegt sich nicht. Sie hat meine Hand erwartet. Sie schläft nicht, sie ist wach. Ich spüre ihre Erregung, ihr Verlangen.
Ich stehe auf und als ich an der Tür bin, höre ich wie sie den Kopf hebt, ich spüre, dass sie etwas sagen will, es sich anders überlegt und dann höre ich sie seufzen.
Und ich verlasse diesen Raum.
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